Vorwort
Liebe Kundinnen und Kunden,
die gesetzliche Krankenversicherung steht 2025 erneut unter Druck. Zwar wurde das Jahr mit einem leichten Überschuss von 1,8 Milliarden Euro begonnen, doch das täuscht über die eigentliche Entwicklung hinweg: Die Ausgaben wachsen weiter deutlich schneller als die Einnahmen. Die Rücklagen der Kassen liegen mit 3,6 Milliarden Euro nur noch bei der Hälfte der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve.
Ein stabiles Gesundheitssystem braucht mehr als Notlösungen – es braucht Weitblick, Verlässlichkeit und echte Reformen.
Was uns besonders beschäftigt:
Es fehlt nicht an Warnzeichen, sondern an entschlossenen Reformen. Arzneimittelkosten, Klinikbudgets, Fachkräftemangel, all das treibt die Kosten. Gleichzeitig bleiben strukturelle Antworten aus. Stattdessen stieg der tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitragssatz auf über 2,5 Prozent. Im Schnitt erheben die gesetzlichen Krankenkassen um die 2,9 Prozent. Die Versicherten spüren das unmittelbar.
Wir als Krankenkasse haben unseren Beitrag geleistet: Prozesse verschlankt, Angebote digitalisiert, Leistungen geprüft. Daher wird die Scheindebatte, die nur noch 94 Krankenkassen weiter zu verdichten, zu keinen nennenswerten Ergebnissen führen. Im aktuellen Geschäftsbericht zum Jahr 2024 können Sie nachlesen, dass die BKK SBH mit 138 Euro Verwaltungskosten je Versicherten wirtschaftlich arbeitet und damit deutlich günstiger ist als der Schnitt der gesetzlichen Krankenversicherung mit circa 169 Euro je Versicherten. Im Übrigen liegen die Verwaltungskosten aller Krankenkassen bei etwas über vier Prozent. Selbst, wenn es gar keine Verwaltungskosten gäbe, könnte damit der jährliche Kostenanstieg im Gesundheitssystem (etwa fünf bis sechs Prozent) nicht aufgefangen werden. Der Wettbewerb unter den Kassen fördert zudem Kostendisziplin, da nur wirtschaftlich arbeitende Kassen attraktive Beiträge und Leistungen anbieten können.
Doch ohne den politischen Mut zu grundlegenden Veränderungen greifen unsere Möglichkeiten zu kurz. Es braucht mehr als punktuelle Hilfen oder zusätzliche Darlehen, es braucht einen verlässlichen Plan für morgen.
Denn ein solidarisches Gesundheitssystem darf keine Frage des Geldes werden. Es muss funktionieren, auch in Krisenzeiten. Auch für die Schwächeren. Und auch in Zukunft.
Was dabei nie vergessen werden darf: Sie
Nicht nur als Beitragzahlende, sondern als Menschen mit Sorgen, Hoffnungen und Zielen. Als Ihre BKK ist es unser großes Anliegen, dass Sie gesund bleiben. Und wenn das einmal nicht gelingt, dann möchten wir an Ihrer Seite stehen, mit echter Botschaft, dass Sie hier gut aufgehoben sind.
Genau darum geht es auch in dieser Ausgabe unseres Magazins. Um Wege zu mehr Lebensqualität, um Gesundheitswissen, das stärkt, und um Angebote, die Ihnen helfen, Ihren Alltag gesünder zu gestalten.
Denn Gesundheit ist mehr als ein System. Sie ist persönlich.
Ihr Uwe Amann
Veröffentlicht: 18.08.2025 - Aktualisiert: 03.09.2025