Gesund spielen?

Was die Digitalisierung für unsere Gesundheit leisten kann

Jung, männlich, übergewichtig, bleich und sozial inkompetent – dieses Gamer-Klischee hat längst ausgedient. Denn Videospiele, Apps und Gesundheit können wunderbar Hand in Hand gehen. Spiele und Apps können uns nämlich nicht nur zu mehr Bewegung und Ausgeglichenheit motivieren, indem sie Fitness- und Mentaltraining mit spannenden Abenteuern verbinden. Sie können sogar unsere Psyche stärken. Wir verraten Ihnen, wie und warum.

Leben, Liebe, Tod?

Smartphones, Tablets, Konsolen oder Computer werden für immer mehr Menschen zu Plattformen, auf denen sie sich in den verschiedensten Abenteuern verlieren können:

  • Laut einer Umfrage spielt rund die Hälfte aller Deutschen mit Videospielen und Apps.
  • Darunter sind fast genauso viele Frauen wie Männer.
  • 62 % der Spielenden sind 30 Jahre oder älter.

Dabei bestreiten sie Schwertkämpfe, fahren Autorennen, stellen sich Fitness-Challenges – oder erleben tiefgründige Geschichten, in denen sie sich mit Themen wie Liebe, Tod oder Mental Health auseinandersetzen.

Spielend leicht fit?

Ganz offensichtlich ist der Gesundheitsbezug bei Fitnessspielen, mit denen wir tanzen, Yoga-Haltungen lernen oder am Muskelaufbau arbeiten. Auf dem Markt tummeln sich die verschiedensten Titel, die versprechen, das Training spaßbringend und motivierend zu gestalten. „Gamification“ lautet der Fachbegriff dafür, anstrengende Tätigkeiten mit spielerischen Elementen angenehmer zu gestalten. Fitnessspiele motivieren dabei, indem sie unseren Fortschritt sichtbar machen. Beim Training werden wir mit Punkten und Abzeichen belohnt und können uns in manchen Varianten, wenn wir wollen, sogar mit anderen Spielenden vergleichen.

Wie Spiele die mentale Gesundheit stärken

Videospiele und vor allem auch verschiedene Apps können nicht nur zur Fitness, sondern auch zur psychischen Gesundheit beitragen – und das auf ganz unterschiedliche Weise.

  • Spaßfaktor: Spaß ist nach Ansicht vieler Psychotherapeuten eines der vier psychischen Grundbedürfnisse. Dinge zu tun, die wir mögen, macht uns einfach glücklicher. Logisch, oder?
  • Eskapismus: Mal schnell in eine andere Welt abtauchen oder sich geführt ins eigene Unterbewusstsein meditieren? Das bietet Abwechslung vom Alltagsstress, die helfen kann, den Kopf freizubekommen und abzuschalten.
  • Das Gefühl, etwas bewegen zu können: In Videospielen retten wir häufig die Welt und wirken aktiv daran mit, dass das Gute über das Böse siegt. Diese Erfahrung kann uns bestärken, auch wenn sie nicht in der realen Welt stattfindet.
  • Gemeinsam weiterkommen: Gerade in der Corona-Pandemie haben viele Menschen über Online-Spiele und Apps wichtige Sozialkontakte geknüpft und gehalten. Ob gemeinsam spielen, gegeneinander antreten oder sich einfach über Erfahrungen und Fortschritte austauschen – die soziale Komponente ist auch in der digitalen Welt verfügbar. Man muss sie nur nutzen.

Wann ist Spielen ungesund?

Trotz der positiven Effekte können Videospiele natürlich nicht all unsere Probleme lösen und sogar selbst zu einem werden. „Gaming Disorder“, also die Sucht nach Computerspielen, ist eine ernstzunehmende Krankheit. Darum empfiehlt es sich, ähnlich wie bei der Smartphone- und Social-Media-Nutzung, das eigene Verhalten immer wieder zu prüfen.

Der Schlüssel zur gelungenen Freizeitgestaltung ist Ausgewogenheit. Also: nicht vergessen, auch mal an die frische Luft zu gehen. Denn die gibt’s weder in Fitnessspielen noch in digitalen Wäldern. Zudem eignet sich nicht jedes Spiel für jede Person oder Altersgruppe. Vor dem Kauf sollten Sie sich gut informieren.

Denken Sie außerdem dran: Ihre Kinder brauchen Unterstützung, um den richtigen Umgang mit Spielen und Apps zu lernen.

Weitere Informationen

Spannende digitale Gesundheitsangebote finden Sie auch im Leistungsportfolio der BKK SBH.

Eine Übersicht finden Sie unter:

Zum Leistungsportfolio

Veröffentlicht: 21.11.2022 - Aktualisiert: 15.12.2022